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OK Goodnight: stop/go (Review)

Artist:

OK Goodnight

OK Goodnight: stop/go
Album:

stop/go

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock

Label: Eigenvertrieb/Just For Kicks
Spieldauer: 47:32
Erschienen: 12.06.2026
Website: [Link]

Keine Angst: OK GOODNIGHT machen keine Gute-Nacht-Musik!
Entwarnung: OK GOODNIGHT sind keine entspannende Einschlafhilfe!
OK GOODNIGHT aus Amerika sind im Grunde die lebendige Antithese ihres Bandnamens: eine komplexe, abwechslungsreiche Progressive-Rock-Band, welche durch wilde Taktwechsel und mitunter metallische Härte begeistert, wobei noch dazu eine volltönende Sängerin und die zahlreichen Effekte an ihre Landsleute der Ami-Ausnahme-Band BENT KNEE erinnern.


Auch begeisterten OK GOODNIGHT vor drei Jahren mit einem grandiosen Konzept-Album über Fuchs und Vogel sowie weitere fabelhafte Wesen und Erscheinungen. Dieses 2023er-Konzept-Album „The Fox And The Bird“ schürte sagenhafte Erwartungen – zumindest in unserem Fazit, das folgendermaßen ausfiel: „Da ist den drei Herren und der einen Dame als OK GOODNIGHT mit 'The Fox & The Bird' ein richtig starkes Konzept-Album mit kritisch-klimatischem und progmetallisch schwer beeindruckendem Hintergrund gelungen. Zwar kennt man Ähnliches schon von so beeindruckenden Prog-Metal-Bands wie OPETH oder HAKEN und ganz besonders BENT KNEE, doch genau dieses Album des Quartetts aus Boston weckt wieder Hoffnung auf mehr dermaßen komplexe (Prog-)Rock-Musik, die sich mutig jeder Form von Mainstream verweigert und ausschließlich auf Eigenständigkeit und hochwertige Musik-Qualität plus eine gute Produktion setzt. Auf jeden Fall ein Anwärter für die Top 10 der besten Prog- und Metal-Alben. Echter Geheimtipp!“

Große Frage: Gelingt OK GOODNIGHT mit ihrem Nachfolger „stop/go“ diese hochgesteckten Erwartungen nach so einem Vorgänger tatsächlich zu erfüllen?
Die Antwort darauf fällt etwas schwieriger aus, selbst wenn es beispielsweise überraschende, fast unglaubliche Songs wie „Humpty Dumpty (“Some Body!“)“ gibt, die den Odem eines PETER GEABRIEL und BENT KNEEs gleichermaßen atmen und dann auch noch ein schräges Saxophonspiel (wie zu besten VAN DER GRAAF GENERATOR-Zeiten) mit einbinden, wobei der Gesang von Casey Lee Williams grundsätzlich überzeugt.


Beginnen wir so: Als Anwärter auf 'die Top 10 der besten Prog- und Metal-Alben' schafft es das aktuelle OK GOODNIGHT-Album nicht.
Setzen wir aber fort: Trotzdem ist es ein richtig gutes, verspieltes Prog-Metal-Album geworden.

Dieses Mal sind es die Beziehungskisten, aus denen die Prog-Amis schöpfen und irgendwie fehlt einem in dem Moment schon das spannende wie einfallsreiche Konzept ihres drei Jahre zurückligenden Albums. Es geht – wie bei so vielen anderen Bands thematisch auch – um das Ewige Auf und Ab in Beziehung bis hin zu den Extremen, die daraus entstehen können. Die „Spiral“e dreht sich und erwischt irgendwen am Ende frontal. Unterschiede prallen aufeinander. Alles beginnt ruhig (und retro- wie nostalgieverliebt), um brutal zu enden – so wie im ungewöhnlichsten und zugleich komplexesten Song von „stop/go“.


Aber es gibt noch weitere etwas verstörende Songs.
Zentral ist das „22“, zu dem Sängerin Casey Lee Williams eine ganz spezielle Beziehung hat, die sie mit folgende Worten zum Ausdruck bringt: „Zu sagen, dass dieser Song einen neuen Weg für uns markiert, wäre eine Untertreibung. Die Arbeit an diesem Stück – der ersten Demo, die wir nach der Veröffentlichung von 'The Fox and the Bird' begonnen haben – hat uns Hoffnung gegeben und unsere Begeisterung fürs gemeinsame Schreiben neuer Musik in einer Zeit der Unsicherheit und Veränderung neu entfacht. Der Song beschäftigt sich mit den komplexen Themen Verrat, Vergebung, Einsamkeit und der bittersüßen Natur von Abschieden.“


Insgesamt jedenfalls kracht es gehörig auf „stop/go“, sodass diese erwarteten Gute-Nacht-Grüße eher einen Albtraum als eine Reise ins (Sch)Lummerland heraufbeschwören.
Zeit zur Ruhe oder zum Ausruhen findet man auf diesem 2026er-Werk so gut wie gar nicht.
Im Grunde ist dieses Album von OK GOODNIGHT ein einziger Weckruf, der unerbittlich jede Musik-Schlafmütze aus den fein wattierten Mainstream-Träumen reißt und am Ende einen unerbittlich aufgeweckten Prog-Rock-Metal-Hörer hinterlässt. Alle anderen werden sich verzweifelt die daunenweichen Kissen auf ihre zarten Ohren drücken.


FAZIT: Nach ihrem drei Jahre zurückliegenden Konzept-Album „The Fox And The Bird“ legen die amerikanischen Prog-Metalllisten OK GOODNIGHT ein knallhartes, sehr komplexes und lautstärketechnisch unerbittliches Album nach. „stop/go“ folgt keinem stringenten Konzept, sondern den Beziehungsstrukturen von Liebenden wie Hassenden, die irgendwie zusammenfinden, aber kaum wieder voneinander loskommen, ohne zu Extremen zu greifen. Da ist es nur gut, dass man die mitunter verstörenden Texte (Auch die Musik verstört manchmal!) im beiliegenden 20-seitigen Booklet nachlesen kann. Definitiv ein Album für die besonders aufgeweckten Prog-Metal-Hörer, die einen Scheiß auf diesen Bandnamen geben, der sie eigentlich in die völlig falsche Richtung führt. Wake up – it's time for OK GOODNIGHT!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 11x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • No Sound
  • 22
  • Top Of The Bottom
  • The Game
  • Spiral
  • Call Me Away
  • The Show
  • Humpty Dumpty (“Some Body!“)
  • The People
  • Where I'm From

Besetzung:

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